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Ortsgruppen

Baumschnittkurs

Der Frühling zeigt sich aktuell überall in austreibenden Bäumen. Was viele nicht wissen: Ein Obstbaumschnitt ist für die Bäume besser zu verkraften, wenn sie bereits aktiv sind. Dann kann der Baum die Wunde schneller heilen und ebenso lassen sich die Wassertriebe gut von den Fruchttrieben unterscheiden. Die BN Ortsgruppe Illerwinkel bietet auch dieses Jahr einen Obstbaumschnittkurs an und zwar an den gemeindlichen, jungen Obstbäumen in Legau am Lutz-Breins-Weg in Richtung Rotis. Gehölz- und Obstliebhaber, die sich unter fachkundiger Anleitung weiterbilden oder nur ein paar Tipps für den eigenen Garten ergattern wollen, sind am 

⇒⇒⇒ Freitag,  24. April um 15 Uhr 
für ca. 2 Stunden herzlich eingeladen, mit dabei zu sein. 

Bitte gerne eigenes Werkzeug mitbringen. 
Der Kurs ist kostenlos, wir würden uns über einen kleinen Wertschätzungsbeitrag freuen.


Neue Kindergruppe „Naturfreunde Illerwinkel“ entdeckt zum Auftakt Frühlingsboten im Schlosspark

Am Samstag, 11. April, haben sich die 17 Kinder der neuen BUNDjugend Naturgruppe zum allerersten Mal getroffen und kennengelernt, Ort war diesmal der Schlosspark in Lautrach. Nach einem Staffellauf, bei dem die Teams Paare aus Naturmaterialien finden mussten, lernten sich die Kinder gegenseitig im Kreis kennen, indem ein Wollfaden wie ein Spinnennetz gespannt und erzählt wurde. Nach einem weiteren Bewegungsspiel wurde den Vögeln im Schlosspark gelauscht, die in den hohen alten Bäumen einen reichen Lebensraum finden. Mit der Amsel haben wir uns im Besonderen beschäftigt, mit ihrem Gesang, ihrem Aussehen und ihren Brut-Gewohnheiten. 
Aber was blüht im Schlosspark eigentlich Anfang April? 14 verschiedene Wildblumen-Arten haben die Kinder ausfindig gemacht – von Schlüsselblume, Blaustern, Buschwindröschen bis zum Löwenzahn und vielen weiteren.
Inspiriert von den farbigen Frühblühern konnte jedes Kind anschließend eine Blütenkrone oder einen Blätter- und Gras-Kopfschmuck anfertigen und mit nach Hause nehmen. Das vierköpfige Leitungsteam aus Lautrachern freut sich bereits auf die nächsten monatlichen Treffen, die an verschiedenen Naturplätzen im Illerwinkel stattfinden. Bei extrem schlechtem Wetter steht ein Gruppenraum in Legau zum Werkeln bereit. Die Gruppe ist für Fünf- bis Achtjährige und deckt damit einen offenen Bedarf, denn die bestehende Gruppe der „Naturforscher Illerwinkel“ sind Kinder zwischen acht und elf Jahren in der Natur unterwegs. Wer Fragen hat kann sich gerne unter 0176/22779227 melden.
 


Amphibiensammlung 2026- Ein Jahr mit besonderen Herausforderungen

Die zwischenzeitlich 7. Sammelaktion entlang des Lautracher Sportplatzwegs stellte unsere Kröten sowie uns als Helferinnen und Helfer vor besondere Herausforderungen, denn die Witterung blieb an insgesamt 20 Tagen ab 15.03. viel zu kühl.  Die Amphibien stellten in dieser Phase ihre Wanderung komplett ein, trotzdem erforderten die Auffangeimer auch in dieser Zeit eine Kontrolle 1x/Tag , damit bei Bedarf andere Tiere geborgen werden konnten.  Als die Abende im April endlich wieder milder wurden, setzte eine kurze Nachwanderwelle ein, aber letztlich erreichten wir noch nicht mal den niedrigsten Wert aus dem ersten Sammeljahr 2020 mit damals insgesamt 759 Tieren. Wir konnten dieses Jahr in der Zeit vom 28.02.- 11.04. tatsächlich „nur“ 632 Tiere in Lautrach sicher über die Straße bringen. So wie es uns zeitlich möglich war, sammelten wir ebenso wandernde Kröten an der Bergstraße und in Dilpersried. Leider sind diese rückläufigen Zahlen an allen 20 Sammelstellen, die von Ortsgruppen des Bund Naturschutzes im Landkreis Unterallgäu betreut werden, zu beobachten. 

Es gibt dafür vielschichtige Gründe: Die Weibchen sind deutlich in der Unterzahl. Wir beobachteten auch dieses Jahr wieder einen deutlichen Männerüberhang, so dass auf ein Weibchen rechnerisch 5 und mehr Männchen kamen. Das liegt daran, dass die Männchen früher geschlechtsreif werden, bereits mit 2-3 Jahren, die Weibchen frühestens erst ab dem 3. Lebensjahr. Des Weiteren reagieren Weibchen empfindlicher auf Umweltstress, was sich negativ auf ihre Eiproduktion auswirken kann.  In Lautrach entwickelte sich letztes Jahr die Situation am Laichgewässer dramatisch, im Juli war es komplett ausgetrocknet, weil die Quelle, die diesen Teich speist, versiegte. Erst im Herbst entspannte sich die Situation, und der Teich füllte sich wieder mit Wasser. Wir werden erst in 2-4 Jahren beurteilen können, inwieweit dieses Ereignis den Nachwuchsjahrgang 2025 beeinträchtigt hat. 

Alle unsere Helferinnen und Helfer haben zwischenzeitlich eine intensive Kröten-Leidenschaft entwickelt und engagieren sich mit Herz und Tatkraft für diese so besonderen Tiere, deren Lebensräume zunehmend durch Klimaentwicklungen und menschliche Eingriffe unter Druck geraten. Wenn ihre Zahl abnimmt, verschiebt sich die regionale Ökologie, denn sie vertilgen Spinnen, Käfer und Würmer und sie sowie ihr Laich sind wiederum eine Futterquelle für Vögel, Fische und Säugetiere. 

Ein kleiner Sohn einer Sammlerin sah dieses Jahr erstmalig eine Kröte und staunte: „Oh, ist die schön.“ Bei einer so offenen und empathischen Reaktion geht uns natürlich das Herz auf.

Weiterhin engagierte sich eine weitere Helferin in Kardorf bei einer spontan ins Leben gerufenen Amphibiensammlung entlang des Hohlwegs Richtung Memmingen, weil dort dieses Jahr zahlreiche Tiere bei ihrer Wanderung gesichtet wurden. Sie konnte Menschen aus ihrer Nachbarschaft für abendliche Spaziergänge gewinnen, und so wurden allein nur dort 491 Amphibien, darunter auch Bergmolche und Frösche, von einem kleinen, tatkräftigen Team sicher über die Straße gebracht. 

Diese positiven Erlebnisse sowie die Aussicht auf die Schaffung eines neuen Amphibienbiotops durch die Gemeinde am Sportplatzweg stimmen uns zuversichtlich und sind der Lohn für alle ehrenamtlich geleisteten Einsatzstunden rund um den Amphibienschutz.  

Wir bedanken uns herzlich für die unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Lautracher Bauhof, bei der Familie Müller für das jährliche „Asyl“ an ihrem Holzstadel und für das achtsame Miteinander bei den Sportlern und weiteren Anliegern.   (ckb)


Einladung zur Vorstandssitzung

Für alle Mitglieder und Interessierte:

Die nächste Vorstandschaftssitzung der Ortsgruppe Legau/Illerwinkel findet

am Dienstag, 19. Mai 2026 um 19:00 Uhr 
in der alten Schule in Legau, Hauptstr. 24 statt.

Tagesordnung: 

(Die Themen werden zeitnah aktualisiert)

Alle BN-Mitglieder und Interessierte sind zu dieser Versammlung herzlich eingeladen. 

Bei Fragen und Anliegen wenden Sie sich bitte per Mail an: illerwinkel@bund-naturschutz.de

 


Winterlinde als Geschenk

Unsere Ortsgruppe hat am Ende des Lutz-Breins-Weg in Legau, oberhalb des von Obstbäumen gesäumten Feldwegs, eine Winterlinde (Tilia cordata) gepflanzt. Der Baum ist ein Geschenk für 41 Jahre BN- Mitgliedschaft und 12 Jahre Engagement in der Vorstandschaft für unseren Jubilar Gustl Gerblinger. Er hat die Ortsgruppe einst mitgegründet und über viele Jahre mit seinem unermüdlichen Einsatz wesentlich geprägt. Gustl ließ es sich natürlich nicht nehmen, beim Pflanzen „seines“ Lieblingsbaums tatkräftig mitzuhelfen und hat sich auch schon bereit erklärt, das regelmäßige Gießen im ersten Jahr zu übernehmen. Nur so ist ein gutes Anwachsen gewährleistet.  
Die Winterlinde gehört zu den ökologisch wertvollsten heimischen Laubbäumen und ist zudem anpassungsfähig und robust. Laut der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft nutzen über 300 Insektenarten Linden als Futter- oder Lebensraum. Ihre spätere Blüte ist eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln. Auch Vögel profitieren: Die dichte Krone bietet Brutplätze und Schutz, ältere Linden entwickeln Höhlen, die Fledermäusen und höhlenbewohnenden Arten dienen.
Am Übergang zwischen Siedlung und Feldflur schenkt die Winterlinde neuen Lebensraum und bereichert die bereits bestehende Obstbaumpflanzung. 
Die Linde gilt seit Jahrhunderten als Baum der Gemeinschaft, des Friedens und der Verbundenheit. Dorflinden waren Orte des Austauschs, der Feste und der Rechtsprechung. Ihre herzförmigen Blätter stehen sinnbildlich für Wärme und Zusammenhalt.
Mit der Pflanzung setzen wir von der Ortsgruppe ein sichtbares Zeichen für den Naturschutz, die Artenvielfalt und eine lebenswerte Zukunft im Illerwinkel. Wir danken der Marktgemeinde Legau für die Bereitstellung der Pflanzfläche. 
 


Jahreshauptversammlung mit Fachvortrag Trinkwasser im Allgäu


Am 13.03.26 fand im Gemeindesaal Kronburg unsere diesjährige Jahreshauptversammlung (JHV) mit anschließendem Fachvortrag zum Thema „Bedrohtes Trinkwasser im Allgäu“ statt. Unserer Einladung  folgten BN- Mitglieder und interessierte Gäste, u.a. auch der 1. und 2. Bürgermeister aus Lautrach, Reinhard Dorn und Alexander Heintze. 
Zu Beginn zeigte der 1. Vorstand Dieter Klotz mit einer bunten Fotorevue unsere zahlreichen Aktivitäten des Jahres 2025. Unser Engagement reichte vom jährlichen Amphibienschutz in Lautrach über einen Obstbaum- Schnittkurs, der Beteiligung an der Lautracher Nachhaltigkeitswoche mit der BN- Wanderausstellung „Was wäre, wenn sich Bäume so verhalten wie Menschen“ mit kostenfreien Führungen für Kinder und Erwachsene, die wiederholte Teilnahme an der Illerbeurener Museumsnacht mit einem Infostand, der regelmäßigen Biotoppflege am Unterbinnwanger Weiher bis hin zum Fachvortrag zum Thema Agri- PV. Ebenso hat sich zwischenzeitlich die BN- Kindergruppe weiterentwickelt, und es gibt jeden Monat angeleitete Treffen mit spannenden Ausflügen in die Natur, u.a. an die Iller und Rotis, oder saisonale Bastelaktionen, um die heimische Flora und Fauna spielerisch zu entdecken und kennenzulernen. Für April 2026 ist der Start einer 2. Kindergruppe für 5- 7- jährige geplant. Nach dem tadellosen Kassenbericht vom Schatzmeister Christian Wexel und der Entlastung der Vorstandschaft standen die Neuwahlen zur Vorstandschaft an, die der BN – Kreisgruppenvorsitzende Martin Muth leitete. Da sich lediglich für die Ämter des Schatzmeisters, Schriftführers und der Beisitzer Kandidaten für die Wahl zur Verfügung stellten, erläuterte Herr Muth, dass dies rechtlich für eine Ortsgruppen- Vorstandschaft ausreiche, weil die Ortsgruppen in die BN- Kreisgruppe Memmingen-Unterallgäu mit einer vollständigen Vorstandschaft eingebettet seien. Somit wurden Christian Wexel als Schatzmeister, Christiane Krüger-Birk als Schriftführerin sowie Dieter Klotz und Peter Birk als Beisitzer jeweils einstimmig von den Mitgliedern gewählt. Die langjährigen Vorstands –und Gründungsmitglieder der BN- Ortsgruppe Legau/Illerwinkel Rosina Konrad und Gustl Gerblinger traten nach 12- jähriger engagierter Vorstandsarbeit zurück, bleiben uns aber in jedem Fall als Wegbegleiter und Ratgeber weiterhin treu.
Im Anschluss an die JHV folgte ein äußerst informativer Fachvortrag zum Thema „Bedrohtes Trinkwasser im Allgäu“. Dieter Klotz, der als Berufsschullehrer viele Jahre Auszubildende im Beruf Fachkraft für Wasserversorgung unterrichtete, führte ins Thema mit einer anschaulichen Darstellung des Nitratkreislaufs in unserer Umwelt ein. Nitratsalze sind hochwertige Düngemittel in der Landwirtschaft und werden den Böden über Gülle, Mist und Mineraldünger zugeführt, damit die Pflanzen entsprechend wachsen. Nitrate sind allerdings sehr gut wasserlöslich und können durch Regenfälle in Gewässer und bei durchlässigen kiesigen Böden bis ins Grundwasser gelangen, welches ebenso der Trinkwasserversorgung dient. Es gilt in ganz Europa ein Grenzwert im Grundwasser von 50 mg Nitrat/l , ein Wert ab 37,5 mg/l wird bereits als kritisch gesehen. Insbesondere Säuglinge können empfindlich auf zu hohe Nitratwerte im Trinkwasser reagieren, weil sich bei ihnen Nitrat im Körper leichter zu Nitrit umwandelt und die Sauerstoffversorgung blockieren kann. Hier setzte Martin Muth, Diplombiologe, den Vortrag mit der Vorstellung der Studie des Wasserwirtschaftsamtes Kempten zur Grundwasserqualität in der Memminger Schotterebene im Untersuchungszeitraum 2018 – Frühjahr 2024 fort. Diese Studie hatten die 3 örtlichen Wasserversorger in Auftrag gegeben, weil sie aus diesem Gebiet südlich von Memmingen für rund 80.000 Menschen, Tendenz steigend, das Trinkwasser gewinnen. Den Wasserversorgern ist bereits seit 2014 aufgefallen, dass der Nitratwert im Grundwasser steigt. Die Studie fasst das Ergebnis von sehr vielen Grundwasser- und Bodenmessstellen im Wasserschutzgebiet zusammen. Ein Ergebnis ist, dass in dem genannten Zeitraum der Anteil der Messstellen, die Werte über 30 mg Nitrat/ l anzeigten, zunahm und der Anteil der Messstellen mit Werten unter 30 mg/l entsprechend abnahm. 
Die kiesigen Böden der Memminger Schotterebene, die in der Eiszeit entstanden sind, sind sehr wasserdurchlässig und so kann Regenwasser zusammen mit dem wasserlöslichen Nitrat leicht in tiefere Schichten gelangen. Neben diesem geologischen Effekt wird dieses Gebiet landwirtschaftlich intensiv durch Maisanbau und Milchviehhaltung genutzt, u.a. befindet sich dort der größte bayerische Milchviehbetrieb mit ca. 1800 Tieren.
Es wäre für die Wasserwerke technisch aufwändig und teuer bei zu hohen Nitratwerten im Grundwasser, das Trinkwasser entsprechend aufzubereiten. Diese Zusatzkosten müssten an die Verbraucher weitergegeben werden. Die Studie zeigte auch, dass ein Zwischenfruchtanbau den Nitratwert deutlich reduziert. Dieser Anbau ist allerdings vom landwirtschaftlichen Jahreszyklus nur auf Getreide- und nicht auf Maisanbauflächen möglich. Das Amt für ländliche Entwicklung und Forsten bietet den landwirtschaftlichen Betrieben zur Umsetzung solcher Maßnahmen eine entsprechende Beratung an. 
Der Bund Naturschutz möchte in diesem elementaren Thema der regionalen Trinkwasserversorgung für rund 80.000 Menschen weiterhin Aufklärungsarbeit leisten und über die oben genannte, wenig bekannte Studie informieren und sich dafür einsetzen, dass politisch mit zielführenden Maßnahmen reagiert wird, um einem weiteren Anstieg des Nitratwerts im Grundwasser entgegenzuwirken. Ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister der Stadt Memmingen Herrn Rothenbacher hat bereits in diesem Jahr stattgefunden, ein Gespräch mit dem wiedergewählten Landrat Herrn Eder ist in Planung. Alle Bürgermeister, deren Gemeinden ihr Trinkwasser aus der Memminger Schotterebene beziehen, wurden vom BN schriftlich informiert. 
Nach diesem inhaltsschweren Vortrag hieß es, ein besonderes Jubiläum zu ehren. Gustl Gerblinger ist seit 41 Jahren Mitglied im BN und setzte sich auch schon davor engagiert für den regionalen Natur- und Umweltschutz ein. Martin Muth zeichnete ihn für seine kaum aufzählbaren Aktionen und Projekte mit der Ehrennadel in Gold des BN aus. Die BN Ortsgruppe überraschte ihn mit einem besonderen Geschenk.  Gustl setzt sich u.a. immer wieder leidenschaftlich für den regionalen Erhalt von Bäumen ein, sein Lieblingsbaum ist die Linde. Somit werden wir zeitnah zusammen mit dem Jubilar seinen Lieblingsbaum, in dem Fall eine Winter-Linde, in Legau pflanzen. Sie steht für Verlässlichkeit und Gemeinschaft, bietet vielen Arten Nahrung und Lebensraum und ist somit ein wunderbares Symbol für eine lebenswerte Zukunft. 
Der Abend klang mit anregenden Gesprächen und einem Imbiss für alle aus. 
Zur Info: Die o.g. Studie wird vom Wasserwirtschaftsamt Kempten auf Nachfrage zur Verfügung gestellt. (ckb)
 


Hummelentdecker im Illerwinkel gesucht

Seit 2022 gibt es die sogenannte Hummel- Challenge des BUND Naturschutz in Kooperation mit dem Thünen-Institut als wissenschaftliches Projekt mit Bürgerinnen und Bürgern. 
Jeder, der draußen unterwegs ist und Hummeln entdeckt, kann die Entdeckungen bis einschließlich zum 09.04. über observation.org mitteilen und sie werden Teil einer wissenschaftlichen Auswertung, wie es aktuell um unsere 41 Hummelarten in Deutschland steht.  Leider befinden sich bereits die Hälfte der Arten auf der roten Liste. Im Rahmen der Challenge 2024 wurde erstmalig die Tonerdhummel in Deutschland nachgewiesen. Sie stammt aus wärmeliebenden Mittelmeerregionen und hat den Sprung über die Alpen geschafft.
Wer bei der diesjährigen Aktion mitmachen möchte, findet alle weiteren Infos auf dieser Webseite: www.bund-naturschutz.de/aktionen/hummel-challenge.
Keine Sorge, Artenkenntnis ist nicht erforderlich, da die kostenfreie App ObsIdentify beim Bestimmen des jeweiligen kleinen Pelzbrummers hilft. 
Wir wünschen viel Freude beim Entdecken und vielleicht fließt die eine oder andere Meldung aus dem Illerwinkel in die diesjährige wissenschaftliche Auswertung mit ein. 


Schnecken im Garten

Am Samstag haben sich unserer Naturforscher-Kinder mit den gängien Gartenschnecken beschäftigt. Schließlich ist dieses Jahr ein Schneckenjahr - bei dieser feuchten Witterung sind Schnecken sehr aktiv. Dieses Mal trafen wir uns am Wassertretbecken in Lautrach und die Kinder durften ihre gesammelten Schnecken mitbringen. Von der Schnirkel- und Weinbergschnecke war neben einigen Nacktschnecken sogar eine afrikanische Riesenschnecke dabei. Die lebt zwar im Terrarium, wurde aber von den Kindern genauso gerne auf die Hand genommen und bestaunt. 
Und dann haben wir auch schon das Verhalten unserer Versuchsschnecken untersucht. Können Schnecken hören? Was fressen sie, was meiden sie? Werden sie über einen schmalen Stab balancieren? Wir haben verschiedene Stationen aufgebaut und konnten genau untersuchen, wie sie reagieren und sich verhalten. Mit der Lupe durften wir beim Trinken und Fressen zuschauen und durch eine Glasschreibe genau beobachten, wie sie sich fortbewegen.
Am Ende durften die Kinder noch ins Kneippbecken, und alle Schnecken wurden wieder daheim in ihrem Garten ausgesetzt. Uns freut es jedes Mal riesig zu sehen, wie viel Konzentration und Feingefühl unsere Naturforscher-Kinder im Umgang mit Tieren zeigen. Es hat wieder richtig viel Spaß gemacht, vielen Dank und bis zum nächsten Mal! 
Dieter und Martina 

Kinder pflanzen Frühblüher

Eigentlich wollten wir am Samstag das Gebiet eines Bibers aufsuchen und auf Spurensuche gehen. Allerdings hat das Hochwasser der letzten Tage viele Biberdämme zerstört, so dass wir die Aktion verschieben mussten. Also haben wir die Zeit genutzt, um mit den Kindern Frühblüher zu pflanzen. Frühblüher, also Blumen die schon ab Januar beginnen zu wachsen und ab Februar/März anfangen zu blühen, sind im Frühjahr nicht nur schön anzusehen, sondern auch eine wichtige erste Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Grund genug um jetzt aktiv zu werden!


Insgesamt 17 Kinder haben mitgemacht und bei schönem milden Novemberwetter Löcher in die Erde gegraben und über 200 Zwiebeln an verschiedenen Stellen eingepflanzt. Wir sind schon sehr gespannt, wieviele davon wachsen werden und wie bunt es im Frühjahr dort ausschauen wird.
Ein großes Dankeschön geht an die Umweltstation Legau, die uns eine Fläche zur Verfügung gestellt hat!
Das Biberrevier besuchen wir dann Anfang Dezember.


Bis bald!

Dieter und Martina vom Bund Naturschutz OG Legau-Illerwinkel
 


Neue Kindergruppe

In der ersten Aktion für naturinteressierte Illerwinkler Kinder im Alter von 6-12 Jahren ging es letzten Samstag um den Igel und wie wir Menschen ihm helfen können, gute Lebensbedingungen in unseren Gärten zu finden. Das Interesse an der neuen Kindergruppe war gleich riesengroß und so wurden am 28.10. in zwei Gruppen Igelhäuser für den nahenden Winterschlaf gebaut. Die neuen Behausungen werden in naturnahen Gärten aufgestellt und die Kinder erfahren über eine eigene Whatsapp-Gruppe, ob die neuen Unterkünfte von den stacheligen Gesellen angenommen werden. Es ist geplant, dass sich die Kindergruppe einmal im Monat trifft und sich mit unterschiedlichen spannenden Natur- und Umweltthemen altersgerecht aktiv beschäftigt. Ansprechpartner für dieses neue Angebot sind Dieter Klotz (0170 5813333) und Martina Brüchle (0176 4126 7679).


Baumpflanzaktion in Kronburg

Am 25.10.23 pflanzten BN-Mitglieder der Ortsgruppe Legau/Illerwinkel auf der Grünfläche am Parkplatz nahe dem Illerstrand 2 Apfelbäume der alten Sorten „Kaiser Wilhelm“ und „Brettacher“. Dankenswerterweise hatte der örtliche Bauhof bereits 2 Pflanzlöcher in dem recht steinigen Boden vorbereitet. Diese Pflanzaktion gehört zum fast jährlichen Ritual der Ortsgruppe, und im Wechsel werden den 3 Illerwinkel-Gemeinden Bäume geschenkt. Schon Martin Luther soll gesagt haben: „Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Die beiden Apfelbäume sind ein Beitrag zum Erhalt der regionalen Artenvielfalt im Illerwinkel und zeichnen sich als alte Sorten durch ihre besondere Robustheit und Pflanzengesundheit aus. Mit diesen Eigenschaften können sie in unserer Umwelt mit den zunehmenden Herausforderungen besser bestehen. Der Wilhelmsapfel hat einen so hohen Polyphenolgehalt, dass er durch diese gesunden Inhaltsstoffe sogar für Allergiker bekömmlich wird. Der Brettacher Gewürzapfel ist eine alte in Süddeutschland verbreitete Sorte. Das Obst beider Bäume wird im Oktober erntereif und zeichnet sich durch eine lange Lagerfähigkeit aus. Durch das Lagern reift der Geschmack sogar noch weiter aus. Die Früchte sind für uns Menschen ganz vielseitig verwertbar, der Wilhelmsapfel ist ein schmackhafter Tafelapfel, der Brettacher eine leckere Frucht zum Backen und Kochen.

Damit beide Bäume an ihrem neuen Standort gut Wurzeln schlagen können, wurde der steinige Boden noch mit einer spontan besorgten Fuhre Humuserde aus einem Privatgarten angereichert und Pfähle zur Sicherung gegen die nächsten Stürme eingesetzt. Der 2. Bürgermeister Herr Kramer freute sich über das lebende Geschenk für seine Gemeinde und legte beim Anbinden der Bäume mit Hand an. Des Weiteren versorgten die BN- Ortsgruppenmitglieder beide Obstbäume mit reichlich Wasser aus der nahen Iller, sodass sie gut anwachsen und zukünftig mit ihren Blüten und Früchten das natürliche Nahrungsangebot bereichern können.

(ckb)


Die Ortsgruppe Legau-Illerwinkel stellt sich vor

Vorsitzende/rvakant
stellv. Vorsitzende/rvakant
SchatzmeisterChristian Wexel
SchriftführerChristiane Krüger-Birk
BeisitzerPeter Birk, Dieter Klotz

Kontakt zur Ortsgruppe Legau-Illerwinkel

Wie problematisch ist der Biber tatsächlich?

Bei der Informationsveranstaltung des BN-Legau-Illerwinkel über den Biber am 07.09. in Lautrach gab es unterhaltsame Informationen vom Fachmann. Gerhard Schwab ist Bibermanager für Südbayern und der Biber ist ihm eine Herzensangelegenheit. Die Informationsveranstaltung startete an der Lautracher Ach beim Sportplatz mit Besichtigung einiger Stellen, an denen Biber aktiv sind. Da Biber sich über den Sommer vor allem von Pflanzen in Ufernähe und nicht von Rinde ernähren, waren kaum frische Fraßspuren zu sehen. Herr Schwab empfahl wertvolle Bäume mit Drahtgitter zu schützen und beschrieb viele positive Wirkungen der Biberaktivität z.B. hinsichtlich Schutz vor Überflutung und Austrocknung. Beim anschließenden Vortrag im Rössle-Saal gab es weitere Informationen im bebilderten Vortrag, unter anderem mit Hinweisen dafür, wie Schadenserstattung geltend gemacht werden können. Herr Schwab unterhielt die Zuhörer mit Humor und Expertise. Es gab ausführlich Zeit für Fragesteller. Für alle Interessierten, die an diesem Abend keine Zeit hatten, können gerne zusätzliche Termine mit dem Bibermanager ausgemacht werden. Herr Schwab freut sich auch auf kritische Fragen und Erfahrungsberichte.

Text: D. Klotz
Bilder: C. Wexel


Artikelserie: Naturschönheiten im Illerwinkel

Vogelbeobachtungsstation am Illerstausee (Autor: Dieter Klotz für BN-Illerwinkel)

Über Youtube können wir uns Löwen und Elefanten in Afrika zeigen lassen und bei Tiefseetauchgängen alles sehen was vor die Kamera kommt. Aber können wir zuhause im Wohnzimmer wirklich beobachten?
Der Landesbund für Vogelschutz betreut die Vogelbeobachtungsstation, die barrierefrei über die Straße von Lautrach nach Ferthofen am Illerstausee zu erreichen ist. Wer sich die Mühe macht aus seinem Wohnzimmer hierher zu kommen, kann jetzt die Ankunft heimischer Vögel aus ihren Winterquartieren beobachten. Man ist sein eigener Kameramann. Es spielen sich faszinierende Ereignisse ab, in Echtzeit. Man kann sehen, hören, riechen und fühlen wie der Frühling die Landschaft verändert und die Tierwelt einlädt. Etwas Zeit sollte man mitbringen, denn es wird einem nichts serviert zusammengefasst und kommentiert wie auf Youtube. Dafür kann man aber Anteil nehmen an den Vorgängen, die kleinen Details erfahren und wenn man immer wieder kommt, kann man Entwicklung wahrnehmen. Man kann Achtung lernen vor majestätischen Wildgänsen und munteren Haubentauchern. Es schult die Selbstwahrnehmung und lehrt Beob-Achtung.