Regionalität in der Praxis

Was möchten Sie dazu beitragen, um solche regionalen Kreisläufe zu etablieren? Was muss es uns wert sein, in Schulen und Krankenhäusern regionale Biokost anzubieten?

Regionale Kreisläufe halten die Wertschöpfung vor Ort und sorgen für kurze Wege. Sie funktionieren aber nur, wenn sie entsprechende Unterstützung finden. Verschiedene Gemeinden bieten Veranstaltungen zum „Tag der Regionen“ an, der landkreisweit tätige Verein „ProNah“ setzt sich für Regionalität ein, Feneberg hat die ökologische Marke „von hier“ aufgebaut, die Stiftung KulturLandschaft Günztal hat unter großem Aufwand die Marke „Günztaler Weiderind“ entwickelt. Dennoch handelt es sich oft nur um Nischen bzw. gut gemeinte Eintagsfliegen, denn bis auf Feneberg ist dabei noch kein Durchbruch gelungen.
In Österreich (als Beispiel) gilt, dass 50% der Nahrungsmittel für öffentliche Einrichtungen aus biologischem Anbau kommen müssen. Im Unterallgäu sollte der Gedanke des regionalen Bio-Anbaus auch seitens der öffentlichen Träger unterstützt werden. Essen in Krankenhäusern und Schulen sollte selbstverständlich (falls bio nicht zur Verfügung steht) wenigstens aus regionaler Produktion stammen. Nur wo eine Nachfrage ist, kann ein regionaler Kreislauf entstehen. Im Kommentar von Peter Januschke in der AZ vom 27.1.2011 hieß es unter der Überschrift 20 Cent für die Heimat: „Man glaubt es kaum, aber die Sache scheitert derzeit an 20 Cent.“ Gemeint war der Mehrpreis für die Verpflegung in Allgäuer Krankenhäusern. Vielleicht würden wir mit regionaler Bio-Verpflegung sogar ein lukratives Alleinstellungsmerkmal für unsere Kreiskrankenhäuser und Schulen schaffen!

Antwort Frau Kaiser:

Die Regionalvermarkter schätze ich sehr. Es gibt sehr gute Ansätze von Biobauern und Regionalvermarktern im UA, die ich schon kennengelernt habe. Sie bieten in Teilräumen auch eine wirtschaftliche Chance für das Unterallgäu. Schon beim DEHOGA hatte ich Anfang der Neunziger viel mit der Angebotsnische über die CMA und über regionale Projekte zu tun. Als Landrätin würde ich auch hier als Impulsgeber fungieren, wenngleich sich die Menschen im Ausgabeverhalten leider nicht immer so heimatverbunden erweisen, wie sie es im Munde führen. Als Landratsamt kann man aber auf jeden Fall mit gutem Beispiel voran gehen.
(Übrigens auch kulturell: Z. B. der Bäuerinnenchor hat sein Jahren bei keinem Anlass mehr im LRA singen dürfen...).

Antwort Herr Weirather:

Ich schätze die Arbeit aller, die versuchen, regionale Produkte zu unterstützen. Wir tun das in vielfältiger Weise durch Beteiligungen an Werbeaktionen im Landkreis und der Region Allgäu. Zudem werden beispielsweise bei allen Veranstaltungen im Landratsamt ausschließlich Apfelsaft und Wasser von regionalen Anbietern ausgeschenkt.
Auch unser Unterallgäuer Verein „Pro Nah“ verdient alle Unterstützung.
Der Erfolg des Gedankens steht und fällt aber mit dem Verbraucherverhalten. Über die o.g. Aktionen leisten wir Bewusstseinsbildung.

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