Flächenverbrauch/ Flughafen

Benötigen wir nach Ihrer Meinung einen internationalen Flughafen, obwohl solche Flughäfen nicht weit entfernt liegen (Friedrichshafen, Stuttgart, München)?

In einem Bürgerentscheid wurde entschieden, dass sich der Landkreis nicht an der Mitfinanzierung des Flughafens beteiligen darf. Fühlen Sie sich auch zukünftig an dieses Ergebnis gebunden?

Sollte das Landratsamt den ausufernden Ausweisungen neuer Gewerbegebieten (s. Wolfertschwenden/Bad Grönenbach, Hochregallager bei Bad Wörishofen, geplantes interkommunales Gewerbegebiet mit 65 ha bei Westerheim/ Unger-hausen und viele weitere mehr oder auch Sondergebiet Freizeit und Erholung Rammingen mit 50 ha) nicht verstärkt Einhalt gebieten? Welche Handlungs-spielräume sehen Sie hierfür?

Wie hoch lag der durchschnittliche Flächenfraß in den letzten 15 Jahren? Falls keine Zahlen vorliegen: Sollte der Flächenverbrauch berechnet werden?

Der Landkreis Unterallgäu ist eine wirtschaftlich äußert erfolgreiche Region. Dennoch: Landschaft ist nicht vermehrbar. Mit Sorge beobachten wir den stetigen und unmäßigen Landverbrauch durch Siedlungstätigkeit, neue Gewerbegebiete und Straßenbau. Hinzu kommt das Konversionsgelände Fliegerhorst mit internationalem Flughafen und weiteren Gewerbeparks. Unser Landkreis ist auf dem besten Wege zu einer urbanisierten und industrialisierten Region, obwohl es uns bereits heute sehr gut geht. Unseres Wissens ist der Flächenverbrauch für das Unterallgäu noch nicht berechnet worden (bayernweit liegen wir bei knapp über 16 ha/Tag).

Antwort Frau Kaiser:

Der Allgäu Airport ist ein bestehender wichtiger Standortfaktor für unsere Entwicklung, dessen Bedeutung wir ggf. erst richtig erkennen werden, wenn die strukturellen Probleme, die es nachhaltig konzeptionell einzudämmen gilt, noch weiter an unserer Wettbewerbsfähigkeit nagen. Nachtflüge und Frachtflüge brauchen wir allerdings nicht, wie es gerade auch in Frankfurt höchstrichterlich entschieden wurde. Dort ist aber natürlich eine ganz andere Größenordnung an Siedlungsgebiet betroffen. Alles in allem gibt es aber zu den Modalitäten Beschlüsse des Kreistages, an die ich mich als Demokrat ohne neue Erkenntnisse über anderweitige Entwicklungen in der Sache gerne halte.

Wichtig ist mir, zugunsten der Menschen eine vernünftige Infrastruktur der Zu- und Abwegung zu gewährleisten. Ob hier Entlastungsstraßen oder Autobahnauffahrt schonender wären, kann ich von hier aus nicht sagen. Bei uns in Illertissen war von 5 Varianten die Auffahrt an der A 7 bei Tiefenbach die ökologischste wegen der geringsten Eingriffe. Hinsichtlich der Auffahrt bei Haselohr ist allerdings in den letzten Jahren nichts mehr Konkretes passiert, weshalb ich Innenminister Herrmann um Unterstützung gebeten habe. Allerdings warten die Menschen in den Gemeinden auf rasche Entlastung.

Hinsichtlich der Gewerbegebiete kann der Landkreis durchaus eine Impulsfunktion erfüllen und zu restriktiveren oder interkommunalen Gewerbegebieten hin steuern. Wir brauchen aber natürlich trotzdem die Arbeitsplätze, und wegen der Stärkung Dorfstrukturen möglichst auch in Ortsnähe, die aber nicht zwingend mit neuem Flächenverbrauch verbunden sein müssen. Hier ist eher auf die Nutzung und flexiblere Genehmigung von Vorhaben im Bestand zu achten.

Ein Flächenmanagement, das auch den Flächenverbrauch von der Ist-Analyse bis zur Zielvorgabe mit einbezieht ist sicher sinnvoll, Illertissen ist gerade dabei ein System zur Handhabung aufzubauen.

Hinsichtlich des Flächenverbrauchs ist allerdings auch nach der wirklich notwendigen Größe von Wasserschutzgebieten zu fragen, die vor allem der Landwirtschaft Daumenschrauben anlegen kann.

Antwort Herr Weirather:

  • Der Allgäu Airport ist Realität und wird von vielen Menschen aus der Region begrüßt und angenommen. Ich halte eine vernünftige Nutzung der Regionalflughäfen in Memmingerberg und Nürnberg für sehr viel sinnreicher, als in München eine dritte Startbahn zu bauen.
  • Ich habe bereits mehrfach - auch vor 6 Jahren - betont, dass ich diesbezüglich keine Initiativen einleiten werde. Sehr wohl will ich aber der Verpflichtung des Landkreises nachkommen, eine angemessene Verkehrsinfrastruktur gerade auch zum Wohl der Memmingerberger Bevölkerung zu schaffen. Deshalb bauen wir eine Entlastungsstraße.
  • Zum Thema Flächenverbrauch habe ich folgende Strategie: Mit dem Ansatz von interkommunalen Gewerbegebieten entlang der Hauptentwicklungsachsen A7 und A96 konzentrieren wir uns an den besonders attraktiven Standorten. Interkommunale Zusammenarbeit bedeutet aber umgekehrt, dass eine ausufernde gewerbliche Entwicklung eben nicht in jeder Gemeinde stattfinden muss.
  • Zum Flächenverbrauch über die letzten 15 Jahre liegen uns keine genauen Zahlen vor. Die Idee, dieses zu erheben, halte ich für gut.

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