Abschalten!

Bislang gibt es noch keine Kommune, keinen Landkreis (auch nicht das Ostallgäu) in der Umgebung, der zertifizierten Öko-Strom bezieht. Sollte der Landkreis für seine Liegenschaften zertifizierten Öko-Strom beziehen, auch wenn dafür Mehrkosten entstehen?

Die Marktgemeinde Ottobeuren hat – als drittgrößte Kommune im Landkreis – von November 2010 bis November 2011 zu bestimmten Nachtzeiten in 9 von 10 Schaltkreisen die Straßenbeleuchtung abgeschaltet. Die Einsparung belief sich auf ca. 90.000 kWh (ohne Astro-Uhren wären es sogar 110.000 kWh gewesen. Die Bürger haben sich in einer Befragung knapp (56 zu 44%) gegen die Fortführung der Abschaltung ausgesprochen. Die Hauptgründe dafür dürften darin gelegen haben, dass die großen Fraktionen (CSU und FW) nicht für die Beibehaltung (unter geg. verbesserten Bedingungen) geworben haben und die Memminger Zeitung die öffentliche Meinung massiv negativ beeinflusst hat.
Eine Befragung zusammen mit dem BUND im benachbarten Landkreis Biberach hat ergeben, dass dort die Mehrheit der Kommunen – teils schon seit Jahrzehnten – abschaltet, unter teils deutlich schärferen Bedingungen. Die MMer Zeitung hat sich trotz mehrfacher Bitte geweigert, über die guten Erfahrungen der Kommunen auf der westlichen Illerseite zu berichten. Selbst in großen Städten (Beispiel Herford, NRW, mit 65.000 Einwohnern, Einführung der Abschaltung Oktober 2010, täglich 0 - 5 Uhr, Einsparziel 120.000 € erreicht, Kriminalität lt. Polizei gesunken) ist so eine Maßnahme möglich. Auf bayerischer Seite waren dies bislang nur Lindau, Wasserburg und Irsee. Ende März 2012 werden im benachbarten Landkreis Landsberg mehrere Gemeinden folgen. Ottobeuren will zwar jetzt an den Einsparzielen festhalten, muss dafür aber viel Geld in die Hand nehmen, z.B. für teure LED-Technik.

Antwort Frau Kaiser:

Das ist nicht nur eine Kostenfrage, sondern eine Frage der Verteilung des vorhandenen Öko-Stroms.

Antwort Herr Weirather:

Aus meiner Sicht ist der Ökostrom, so wie er vermarktet wird, eine Mogelpackung. Diejenigen, die ihn bestellen, bezahlen mehr, und der Ökoanteil  für die Restkunden vermindert sich entsprechend. Es wird unterm Strich keine Kilowattstunde mehr an umweltgerechtem Strom erzeugt. Es profitiert meiner Meinung nach nur der Energieversorger, sonst niemand.

Zurück zur Übersicht