Flächennutzungsplan der Stadt Bad Wörishofen

Stadtentwicklung / Stadtplanung 

Im Jahr 1997 wurde von der Stadt Bad Wörishofen bestehende Flächennutzungsplan neu gefasst und mit integriertem Landschaftsplan beschlossen. 
> Der Flächennutzungsplan kann von jedermann im Rathaus (Bauamt) eingesehen werden.
> Wir empfehlen, diese für die Allgemeinheit so wichtigen Unterlagen zum Download bereitzustellen. 

Ziele unter anderem: 

  • Sicherung einer menschenwürdigen Umwelt, zum Beispiel durch die Gestaltung des Orts und Landschaftsbildes unter Berücksichtigung der natürlichen Gegebenheiten und erhaltenswerten Ortsteile
  • Schutz und Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen
  • sparsamer und schonender Umgang mit Grund und Boden. 

Im Landschaftsplan steht gleich zu Beginn unter „Gesetzlicher Rahmen Rechtswirkung“:
Berücksichtigung von Belangen des Umweltschutzes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege, insbesondere des Naturhaushaltes, des Wassers, der Luft, des Bodens sowie des Klimas in den Bauleitplänen (§ 1 Abs. 5 (7) BauGB). …
Der Landschaftsplan besitzt die gleiche Rechtswirkung wie der Flächennutzungsplan, d. h. Darstellungen sind verbindlich für Gemeinde und Träger öffentlicher Belange, nicht jedoch für Privatpersonen. …

Ziel ist auch: Entwicklung der Grünordnungspläne aus den Landschaftsplan mit Festsetzungen, die für jedermann bindend sind. 

>>> Ein Flächennutzungsplan ist ein wirksames Instrumentarium, mit dem eine Kommune ihre langfristigen Ziele in gemeinsamen Absichtserklärungen definiert. Seit 1997 sind – unserer Kenntnis nach – 14 Änderungen am Flächennutzungsplan vorgenommen worden.

Diese Änderungen betreffen vorhabenbezogene Bebauungspläne.
Durch Anpassungen auf Grund vorhabenbezogener Bebauungspläne lässt sich die Kommune ein wirksames und wertvolles Instrument aus der Hand nehmen … 

Im Folgenden zitieren wir aus dem Flächennutzungsplan und stellen dazu >>> Fragen wie wir damit zukünftig umgehen werden.

Aufbau eines Biotopverbundsystems
… Wesentliches Ziel bei der Entwicklung eines Biotopverbundsystems ist dabei eine Vernetzung der Riedellandschaft (Anm.: im Westen) mit der Wertachaue. Neben dem Erhalt und der Entwicklung der vorhandenen Biotope und Strukturen sollen neue, ökologisch wirksame und das Landschaftsbild bereichernde Strukturen geschaffen werden. In den intensiv ackerbaulich genutzten Bereichen der Niederterrasse ist das Einbringen zusätzlicher Strukturen zur Vernetzung des struktur- und waldreichen West- und Ostteils des Planungsgebietes vordringlich. … 
Die im Flächennutzungsplan mit Landschaft war dargestellten Vernetzungsstreifen und -symbole markieren die Bereiche, in denen je nach Flächenverfügbarkeit Maßnahmen vordringlich zu verwirklichen sind. Sie stellen nicht lagefeste und -scharfe Planungsvorschläge dar. 
Anmerkung: auf den entsprechenden Karten ist das eindrucksvoll dargestellt! 

>>> Wir fragen:
Wie positionieren Sie sich zur Neuanlage von Biotopen auf den dargestellten Vernetzungsachsen?
Was wollen sie proaktiv unternehmen zur Renaturierung bzw. zum ökologischen Ausbau von Fließgewässerabschnitten? 

Lufthygiene
Durch die gute Durchgrünung von Kernstadt, Gartenstadt und Ortsteilen und die enge Verzahnung von klimatischen Wirkungsräumen und Ausgleichsräumen vor allem im Westen der Kernstadt, mit der Bildung ausgedehnte Wärmeinseln vorgebeugt, Ausnahme bildet das Gewerbegebiet mit seinen ausgedehnten Flächenversiegelungen. 
>>> Wir fragen:
Was werden Sie tun, um die noch bestehende Durchgrünung der Heilbäderstadt zu schützen, bzw. diese wieder auszubauen? 

Forstwirtschaft
Gut gestufte, absetzungsreiche Waldmäntel besitzen sowohl für den Arten- und Biotopschutz, das Landschaftsbild, als auch das Waldinnenklima und die Erholungseignung eines Gebietes eine große Rolle. Sie sind im Planungsgebiet nur vereinzelt vorhanden, z.B. südwestlich von Schlingen. Meist grenzen die Wälder ohne Übergang an die Acker- und Grünlandflächen. …
>>> Wir fragen:
Wollen Sie sich aktiv für eine Bereicherung der Erholungswälder wie auch der städtischen Wälder um solche Teilelemente einsetzen, und aktiv mit den privaten Waldbesitzern ein Konzept dazu ausarbeiten? 

Verkehrskonzept
in den vergangenen Jahren hat Bad Wörishofen mehrere, teils unprofessionelle Verkehrskonzepte erprobt. Im Flächennutzungsplan von 1997 gibt es bereits fundierte Erhebungen, logische und zukunftsweisende Verkehrsplanungen und Ideen, wie die Kernstadt vom Verkehr entlastet werden kann. Stattdessen werden immer wieder interessant hohe Beträge und immens Energie in Verkehrskonzepte investiert, die entweder ohne Rücksicht auf diese Grundlagen erarbeitet werden oder im Prinzip „nichts wesentlich Neues“ ergeben. 
>>> Wir fragen:
Wollen Sie die Ergebnisse des damaligen Verkehrskonzepts aufgearbeitet und konsolidiert mit dem aktuellen ISEK der Bevölkerung öffentlich zur Verfügung stellen und ein Prozess mit breiter Bürgerbeteiligung dazu anstoßen? 

Leitbild
… Gleichzeitig übernimmt die Stadt Bad Wörishofen Verantwortung für den Schutz ihrer Lebensgrundlagen, trifft Vorsorge für die weitere Gestaltung ihrer Landschaft und kann dadurch die Grundlagen der Kneipp’schen Fünf-Elemente-Kur stärken. …

Fazit
Mit dem Flächennutzungsplan aus 1997 stehen der Stadt Planungsgrundlagen und gemeinsam erarbeitete Zielvereinbarungen zur Verfügung, die heute zeitgemäßer nicht sein könnten. Schon vor über 20 Jahren wurden darin für die Stadt Bad Wörishofen Ziele festgelegt:
… Stärkung des ländlichen Images der Kurstadt, die in engen Kreisläufen organisiert, regional orientiert, nachhaltig und umweltschonend wirtschaftend den Einklang zwischen Mensch und Natur erlebbar macht und dadurch die Tradition der naturnah therapeutischen Methoden des Pfarrer Kneipp auf das gesamte kommunale Leben erweitert. 
>>> Wir fragen:
Werden Sie sich dafür einsetzen den Charakter des Kneippheilbades mit den schon damals vereinbarten Zielen zu stärken?